Folgen aus einem Selbstwertmangel

Wir leben in Zeiten wo es immer wichtiger wird, Selbstliebe zu praktizieren. Über Jahre hinweg werden wir von unserer Umfeld und der Umwelt geprägt, doch lassen wir dadurch unsere eigenen Bedürfnisse völlig außer Acht. Wir haben gelernt Anerkennung zu bekommen, wenn  wir die Erwartungen anderer erfüllen. Wir haben auch gelernt Akzeptiert zu werden, wenn wir uns anpassen.

Erleben wir unsere Abhängigkeitsphase bindungsunsicher und geprägt von wenig Einfühlsamkeit hinsichtlich unseres Selbst mit seinen einzigartigen Fähigkeiten, Bedürfnissen, Vorlieben, Wünschen, dann resultiert daraus ein Mangelbewusstsein, ein instabiles Selbstwertgefühl, was an Bedingungen geknüpft ist. „Wir sind nur richtig und wertvoll, wenn … Wir genügen nicht, egal, was wir tun oder wie wir sind.“

Da wir Menschen das seelische Grundbedürfnis haben, uns selbst vollständig wertvoll zu fühlen, entwickeln wir unter diesen Bedingungen Überlebensstrategien, unseren Selbstwert von außen zu nähren. So entwickeln wir uns als Erwachsene nicht aus unserer kindlichen natürlichen Abhängigkeit heraus. Wir behalten sie bei, weil unser inneres defizitäres Selbstwerterleben weiterhin, wie in Kindheit und Jugend, von den äußeren Bedingungen abhängig ist, z.B. von der Anerkennung, den Ansichten anderer, von den Wertedarstellungen der Medien, von der Bewunderung und Zustimmung des Partners, des Vorgesetzten. Wir entwickeln die Tendenz, uns stets und ständig mit anderen zu vergleichen, mit anderen in Konkurrenz zu gehen oder es ihnen gleich zu tun. Dies erzeugt Frustration „nie genug zu sein“. Wir begeben uns zunehmend, von einer Sucht getrieben, in ein Hamsterrad der Anpassung, Fremdbestimmung , des Machtstrebens, um uns zufrieden und glücklich zu fühlen, dazuzugehören, anerkannt und geliebt zu werden. Dies erzeugt Stress, Druck, Wut und Hass auf uns selbst und andere.

Dieses in uns wohnende Mangelbewusstsein und die sich daraus entwickelnde Sucht, es von außen in ein Reichtums-Bewusstsein umzuwandeln, trainiert unseren Blick nach außen, auf andere. Stattdessen verkümmert unser innerer Zugang, unser Blick auf uns selbst, wie ein Muskel, den man sehr lange nicht benutzt. Wir spüren demzufolge nicht unsere Liebe zu uns selbst, unsere eigenen Grenzen, wenn uns jemand wehgetan hat, uns ausnutzt, wir gehen darüber hinweg und verzeihen zu schnell, oder nehmen uns zurück. Wir spüren nicht unseren Wert, und deshalb glauben wir auch nicht, wenn jemand anderes uns zeigt, dass wir liebenswert sind. Wir können die Geschenke des anderen nicht annehmen, weil wir uns selbst nicht als Geschenk annehmen. Wir sind darauf konditioniert, uns unsere Liebe, unsere Anerkennung verdienen zu müssen. Dieses sich Liebe und Anerkennung verdienen müssen kann sich z.B. äußern in übermäßiges Helfen, so dass wir Gefahr laufen, zum hilflosen Helfer zu werden, oder wir werden zum Workoholic, oder wir verändern unseren Körper in Richtung der von den Medien hervorgebrachten und beworbenen Schönheitsideale. In allen 3 Fällen gehen wir achtlos, streng und letztendlich lieblos mit unseren eigenen körperlichen und seelischen Grenzen um bis hin zur akuten Gefährdung unserer körperlichen und seelischen Gesundheit.

Mangelnde Selbstliebe steht deshalb im Zentrum aller psychischen Erkrankungen: z.B. Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Depression, Ängste, Suchterkrankungen, Burnout-Syndrom bis hin zu schwerwiegenderen körperlichen Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen bis hin zu Krebs.

Die Körpersprache ist wohl die meistgesprochene Sprache der Welt, denn unser Körper spricht ständig zu uns, ganz gleich, welche Muttersprache wir sonst sprechen. Und doch sprechen wir diese Sprache kaum noch, obwohl das Verstehen unseres Körpers als uraltes Wissen in uns schlummert und nur darauf wartet, wieder aktiviert zu werden. Erst wenn wir diese Sprache wieder verstehen, können wir die dahinter liegende Lebensaufgabe erkennen und lösen. Denn jede Krankheit ist eine Auf-Gabe und keine Strafe. In ihr ist immer ein Geschenk, eine Gabe verborgen, das Symptom ist dabei nur die Verpackung. Sie ist ein Geschenk von uns selbst an uns selbst und bietet die Möglichkeit, uns einen Schritt näher zu kommen in unserer individuellen Evolution.

Überall beklagen sich die Menschen zwar über ihre Krankheiten und verlangen sofortige oder doch schnelle Hilfe durch Medikamente und Behandlungen, lehnen es aber gleichzeitig ab, das einzig Richtige zu tun, nämlich ihr Denken, Fühlen und Handeln zu verändern, weil das unbequem und anstrengend ist. Sie glauben ihre Pflicht erfüllt zu haben, sobald der Arzt bezahlt ist.

Die meisten Menschen glauben noch immer, dass eine Krankheit eine körperliche Störung sei, die den einen eben zufällig trifft und den anderen ebenso zufällig verschont. Krankheit wird aber durch unser Verhalten „notwendig“ gemacht und hat nur den einen Sinn, nämlich uns auf ein falsches Verhalten aufmerksam zu machen und uns gleichzeitig zu einer Korrektur des falschen und damit disharmonischen Lebens zu veranlassen und wenn es erforderlich ist, auch zu zwingen. Bis wir das aber verstanden haben, hat uns die Krankheit mitunter schon zerstört. Krankheit ist daher nur ein äußerlich sichtbares Zeichen für fehlende Ganzheit, und solange wir die nicht erreicht haben, brauchen wir die Krankheit als Botschaft. Sie ist daher auch nicht unser Feind, sondern unser Freund und Partner, auf den wir nicht verzichten können. Der tiefere Sinn der Krankheit ist, wieder zur Besinnung zu kommen, wozu uns die Krankheit notfalls zwingt, nach innen, auf die Stimme der Vernunft zu hören, umzukehren, bevor es zu spät ist. Heilung bedeutet demnach nicht, Symptome zum Verschwinden zu bringen, sondern die verlorene Ordnung zu erkennen und wiederherzustellen. Es genügt nicht Pillen oder Spritzen einzusetzen, auch nicht nur Naturheilmittel, wir müssen wieder verstehen, was uns unser Körper sagen will. Wenn das jeder für sich erkennt, können wir bewusst Verantwortung für uns übernehmen und anfangen unser Leben zu verändern. Aus meinen Erfahrungen weiß ich dass es möglich ist, denn den Glauben an das unmögliche haben wir auch irgendwann angefangen zu Glauben. Wir können anfangen uns zu endgrenzen und bewusst anfangen diese Glaubensmuster zu sprengen. Wir dürfen anfangen unser wahres SELBST zu entdecken und unsere reine Wahrheit. Fangt an euch wieder selbst zu spüren und lernt die Sprache zu deuten, die eurer Körper euch mitteilt. Indem wir unser Denken, Fühlen und Handeln in Ordnung bringen, wird sich auch die körperliche Ordnung wieder einstellen. Das mag unbequem sein, aber es ist der einzige Weg zu einer wahren Heilung, die Körper, Seele und Geist umfasst.