Die Macht der Entspannung

Hetzt Ihr jeden Tag pausenlos von einem Termin zum nächsten? Gibt Ihr der Leistung mehr Aufmerksamkeit als der Erholung? Habt Ihr das Gefühl aus dem Gleichgewicht gefallen zu sein? Dann wird es höchste Zeit da gegenzulenken.

Um gesund zu bleiben, müssen Körper und Seele im Gleichgewicht sein. Gleichgewicht bedeutet dabei, das gesunde Maß zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Aktivität und Erholung zu finden. Diese Balance hält unser Körper auf natürliche Weise, indem wir etliche Stunden wach sind und dann im Schlaf wieder zu neuen Kräften kommen. Einige legen auch tagsüber kurze Verschnaufpausen ein. Andere hetzten wiederum durch den Alltag, immer mit dem Blick auf die Uhr, ohne Mittagspause, ohne kurz innezuhalten oder sich ein paar Minuten Ruhe zu gönnen. Das jeweilige Grundverhalten unterliegt persönlichen Konditionierungen, also Verhaltensmustern, die in der Erziehung, Kultur und Gesellschaftsform begründet sind und die jeden von uns seit der Kindheit geprägt haben. Wenn man seine Verhaltensmuster erkennt, können wir diese behutsam korrigieren.

Zwar wissen das die meisten dass man sich mehr Pausen gönnen sollte, doch werden den aktiven Lebensphasen und häufig auch dem Leistungsprinzip einen höheren Stellenwert als den Erholungsphasen gegeben. Dabei wird jedoch ein wichtiger Kreislauf unterbrochen. Denn nur wer mit sich selbst und seiner Umwelt im Einklang steht, hat ein allgemeines Wohlbefinden und ist langfristig Leistungsfähiger.

Dieses lebensnotwendige Gleichgewicht lässt sich mit Hilfe verschiedenster Techniken wiederherstellen. Dabei sollte der Fokus auf die Atmung und die Körperwahrnehmung liegen.  Ich persönlich nutze für meinen Ausgleich liebend gerne Kundalini Yoga, weil man direkt nachdem Praktizieren diesen positiven Effekt spürt. Ihr könnt aber auch andere Techniken ausprobieren, welche sich für euch stimmig anfühlt. Probiert es doch einfach mal aus und schaut womit Ihr euch wohlfühlt.

Wenn der Körper sich in einem Leistungszustand befindet, spannt sich der ganze Körper an. Er gelangt in eine Art Bereitschaftszustand, dass es erlaubt, so schnell wie möglich zu reagieren. Dazu werden augenblicklich alle Kräfte mobilisiert. Diesen Zustand nennt man dann den Leistungszustand. Dieser äußert sich durch folgende Erscheinungen:

  • die Finger und Zehenspitzen kühlen ab, zugleich bekommt man feuchte Hände und eine Gänsehaut
  • der Puls rast, das Herz klopft und man atmet schneller
  • die Muskeln sind stark angespannt
  • die Aufmerksamkeit ist aufs Höchste gesteigert
  • Hunger und Durst verschwinden und der Mund wird trocken
  • Harn- und Stuhlgang sind vermindert

Der Leistungs- oder Bereitschaftszustand des Körpers hängt vom vegetativen Nervensystem ab, ein autonom, welches vom Willen unabhängig arbeitet. Diese Nervenstränge die an dem Nervensystem knüpfen, nennt man Sympathikus. Ohne regelmäßige Entspannung wird der Sympathikus überstrapaziert. Der Organismus befindet sich dann in andauernder Bereitschaft und Anspannung, auch wenn dazu kein äußerer Anlass gegeben ist. Dieser Energieverbrauch schwächt dabei sowohl den Körper als auch das Nervensystem, woraus dann schwere Krankheiten entstehen können. Wird dieses Verhalten über lange Zeit hinweg beibehalten, verlernt der Körper langsam sich zu entspannen. Selbst im Schlaf bleibt dann der Bereitschaftsmodus erhalten, Muskelverspannungen, Erschöpfung und Despressionen sind dann die Folge.

In den Erholungszustand gelangt der Körper über eine Untereinheit des autonomen Nervensystems, den Parasympathikus oder auch Erholungssystem genannt. Die Umstellung auf den Erholungszustand wird kaum bewusst registriert, da der Körper hierbei in seinen eigentlichen Normal- oder Ausgangszustand zurückfindet. Ist der Körper im Erholungszustand lässt sich folgendes Beobachten:

  • Die Körpertemperatur bleibt erhalten
  • Die Muskeln entspannen sich und werden schwer
  • Die Herzfrequenz sinkt
  • und der Atem fließt langsam und gleichmäßig

Wer regelmäßig in den Zustand der Tiefenentspannung gelangt, wird merken das sich körperliches und seelisches Wohlbefinden positiv verändern. Leistungstypen schöpfen neue Kraft, ohne ständig auf Ihren Reserven zu leben, Personen die sich ständig selber beherrschen und zusammenreißen, werden lockerer und gelassener. Dies wirkt sich nicht nur körperlich, sondern auch emotional positiv aus. Durch das regelmäßige Praktizieren verringern sich Einschlafprobleme und Kopfschmerzen, Angstzustände und Nervosität lassen nach und die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung werden gesteigert.

Ein für mich besonderer schöner Nebeneffekt ist aber vor allem auch die Bewusstwerdung im Alltag durch Innehalten. Durch Stille erlauben wir achtsames Gewahr werden. Wenn wir diesen Muskel der linken Gehirnhälfte wieder aktivieren, verändert sich auch wieder eure Eigenwahrnehmung. Lange hat der Verstand die Führung deines Lebens übernommen. Unser Verstand ist aber nicht unsere wahre Identität. Er führt unser Leben rein in die Sicherheit aus Selbstschutz, sie ist aber nicht dein wahres Sein und das was dich ausmacht. Fangt an und entdeckt wieder das Wesentliche des Lebens und lasst euch durch die Weisheit in eine stillere Welt entführen, die euch Antworten auf all die Fragen eures Lebens gibt. Lasst euch wieder treiben von der Welle des Lebens. Wir sind getragen und das möchte unsere Seele wieder erfahren.